Erfolgsgeschichte Löwenbande: Deutsche Kinderhospiz Dienste fordern Krankenkassen zur Finanzierung auf

Immer wieder – zuletzt zum bundesweiten „Tag der Geschwister“ (10. April) – machen sie nicht nur auf die Situation von Geschwistern kranker Jungen und Mädchen aufmerksam, sondern fordern jetzt auch die Krankenkassen auf, die Geschwisterarbeit in der Kinderhospizarbeit endlich mit in die Refinanzierung zu nehmen. Bislang ist die Geschwisterarbeit ausschließlich spendenfinanziert. „Es wird Zeit, dass sich das ändert“, sagt Thorsten Haase, der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Kinderhospiz Dienste.

Durch ihr herausragendes Konzept, das von Erlebnispädagogik geprägt ist, sind die Geschwistergruppen der Deutschen Kinderhospiz Dienste stetig gewachsen. Allein der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Dortmund begleitet mittlerweile regelmäßig einmal im Monat 45 Geschwisterkinder in zwei verschiedenen Altersgruppen. Aber nicht nur in der Löwenbande in Dortmund, sondern auch an den Standorten in Bochum, Frankfurt, Regensburg und Westerwald finden die Geschwister in der Löwenbande bei den Treffen immer wieder Raum und Zeit, sie selbst sein zu können und die Aufmerksamkeit für einen Tag, für Stunden, für wertvolle Momente auf sich zu wissen. Denn in ihrem Alltag sind die Mädchen und Jungen häufig gezwungen, Rücksicht zu nehmen auf ihre schwerstkranken Brüder und Schwestern, die viel Aufmerksamkeit benötigen, vor allem die der Eltern.

Sich fallen lassen und genießen ein großes Bedürfnis

„Wir erleben immer wieder, dass es ein großes Bedürfnis der Geschwisterkinder ist, sich bei uns in der Löwenbande einfach fallen zu lassen und genießen zu können – einfach ,normal‘ sein zu dürfen und Dinge zu tun und zu lassen, die andere in ihrem Alter auch tun“, sagt René Klabunde. Er ist hauptamtlicher Koordinator der Geschwistergruppen in Dortmund, zu denen mittlerweile regelmäßig einmal im Monat 45 Geschwisterkinder in zwei verschiedenen Altersgruppen erscheinen. An allen Standorten der Deutschen Kinderhospiz Dienste sind es immer auch Ehrenamtliche, die die Löwenbande regelmäßig bei ihren Veranstaltungen, Aktionen und Ausflügen begleiten, die Kinder und Jugendlichen in ihrer aktuellen, persönlichen Situation stärken und sich vor allem Zeit für sie nehmen. Niemand wird mit seinen Sorgen und Ängsten alleine gelassen. „Es ist ganz wichtig, dass sie hier bei uns in der Löwenbande andere Kinder und Jugendliche kennenlernen, denen es genauso geht wie ihnen – die eben auch einen kranken Bruder oder eine kranke Schwester haben und die wissen, was das bedeutet.“

Das besondere Geschwistergruppen-Konzept der Deutschen Kinderhospiz Dienste in Dortmund fußt unter anderem auf Partizipation. Bedeutet: Die Kinder und Jugendlichen, die zur Löwenbande kommen, können mitbestimmen, welche Aktivitäten für das jeweilige Jahr geplant werden, wo und wie Ausflüge stattfinden. Jeder und jede für sich entscheidet außerdem, was preisgegeben werden möchte, mit wem man sich austauschen und wem man sich öffnen möchte.

Hauptanliegen aller Haupt- und Ehrenamtlichen, die an den Geschwistertreffen in der Vorbereitung oder bei der Aktion selber beteiligt sind, ist es, die betroffenen Familien am Tag der Geschwistertreffen größtmöglich zu entlasten. „Dazu gehört unter anderem, dass wir den Eltern an den Aktionstagen der Löwenbande keine Umstände bereiten wollen. Wir sorgen also dafür, dass ausnahmslos alle Kinder und Jugendlichen abgeholt und zurück nach Hause gebracht werden“, erklärt Geschwistergruppen-Koordinator René Klabunde. Eine Herausforderung! Denn immer wieder gilt es, aus dem Pool an Ehrenamtlichen genügend Fahrerinnen und Fahrer zu finden, die an den Löwenbanden-Aktionstagen unterstützen, um die Teilnahme aller Kinder zu ermöglichen.

Zwei erste Ferienfreizeiten für Geschwisterkinder

Erstmals in diesem Jahr bieten die Deutschen Kinderhospiz Dienste den Dortmunder Löwenbanden-Kindern sogar zwei Ferienfreizeiten an. „In den Osterferien fahren wir für drei Tage und zwei Nächte in ein Sport- und Erlebnisdorf am Niederrhein, in den Sommerferien sogar für sechs Tage und fünf Nächte ans schleswig-holsteinische Wattenmeer“, freut sich René Klabunde. Ein Problem bleibt: die Kosten! Bislang wird die Geschwisterarbeit im Rahmen der Finanzierung der ambulanten Kinderhospizdienste durch die Krankenkassen überhaupt nicht berücksichtigt. Bedeutet: Alle Aktivitäten, die die Löwenbanden unter dem Dach der Deutschen Kinderhospiz Dienste planen und organisieren, und das eingesetzte Personal müssen über Spenden finanziert werden.

Deshalb: